Zwischen Retro und Propaganda Postsowjetische Nostalgie in Putins Russland
Anmeldung möglich (14 Plätze sind frei)
| Kursnr. | 262-11109 |
| Beginn | Do., 15.10.2026, 19:00 - 20:30 Uhr |
| Dauer | 1 Termin |
| Kursort | vhs, Werretalhalle, 1. UG, Raum B |
| Gebühr | 0,00 € |
| Teilnehmer | 10 - 14 |
Kursbeschreibung
Nostalgie gilt oft als Sehnsucht nach einer verlorenen Vergangenheit. Im postsowjetischen Russland ist sie jedoch weit mehr als ein individuelles Gefühl: Sie prägt politische Debatten, Medienkulturen und gesellschaftliche Vorstellungen von Geschichte bis heute. Seit dem Zerfall der Sowjetunion in den 1990er Jahren entwickelte sich in Russland eine vielschichtige Erinnerungskultur, in der das sowjetische Erbe zugleich idealisiert, kritisiert, kommerzialisiert und politisch instrumentalisiert wird.Der Vortrag widmet sich der Frage, warum die Sowjetunion in Russland bis heute ein so starkes emotionales und kulturelles Bezugssystem bleibt. Im Zentrum stehen dabei nicht nur staatliche Geschichtspolitik und offizielle Narrative, sondern auch populäre Kultur, Fernsehen, Musik, soziale Medien und Alltagspraktiken. Wie wird die sowjetische Vergangenheit in Filmen, Retro-Ästhetiken oder Nostalgie-Shows dargestellt? Welche Rolle spielen Erinnerungen an die 1990er Jahre als Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs, der Unsicherheit, aber auch neuer Freiheiten? Und warum besitzt Nostalgie gerade in Zeiten politischer und sozialer Krisen eine so große mobilisierende Kraft?
Der Vortrag ordnet die russische „postsowjetische Nostalgie“ in größere globale und europäische Zusammenhänge ein, konzentriert sich jedoch vor allem auf ihre spezifischen Funktionen im heutigen Russland. Dabei wird gezeigt, wie sich Nostalgie im Spannungsfeld zwischen Konsumkultur, Erinnerungspolitik und Identitätssuche bewegt und warum sie zu einem zentralen Bestandteil gegenwärtiger politischer und kultureller Konflikte geworden ist. Anhand von Beispielen aus Film, Musik, Fernsehen und digitalen Medien bietet die Veranstaltung eine Einführung in aktuelle Forschungen zu Erinnerungskultur, Nostalgie und dem postsowjetischen Raum.
Dr. Alexandra Kolesnik ist Kulturhistorikerin und Postdoktorandin an der Universität Bielefeld. Ihre Forschungsschwerpunkte sind Erinnerungskulturen, populäre Musik, Heritage Studies und Public History im postsowjetischen Raum. Ihr aktuelles Projekt zur Erinnerungskultur sowjetischer Rockmusik wird durch die Alexander von Humboldt-Stiftung gefördert.
Dr. Aleksandr Rusanov ist Mediävist und Kulturhistoriker sowie Postdoktorand an der Universität Bielefeld. Er forscht zu Medievalism, Public History und Erinnerungskultur im heutigen Russland. Sein aktuelles Projekt zu globalem Medievalism in Russland wird von der Gerda Henkel Stiftung gefördert.
Aus organisatorischen Gründen ist eine Anmeldung erforderlich.
Datum
Uhrzeit
Ort
Datum
15.10.2026
Uhrzeit
19:00 - 20:30 Uhr
Ort
Alte Bünder Str. 14,
vhs, Werretalhalle, 1. UG, Raum B
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