Männlicher Krieg - weiblicher Frieden?

Am 18. März war die Historikerin Claudia Kemper vom LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte zu Gast in Löhne. In ihrem Vortrag stellte sie die verbreitete Gegenüberstellung von "männlichem Krieg" und "weiblichem Frieden" kritisch infrage und zeigte, dass die Realität von Gewalt deutlich komplexer ist: Frauen können ebenso an Gewalt beteiligt sein, während Männer auch zu den Opfern zählen.

Im Fokus stand die enge Verbindung zwischen Geschlechterordnung und Gewalt - auch über Konflikte hinaus. Kemper betonte: "Denn eine geschlechtergerechte Politik trägt erwiesenermaßen zur Reduzierung geschlechtsspezifischer Gewalt bei und ein geschlechtergerechtes Zivilleben kann die generelle Gewalttätigkeit der betreffenden Gesellschaft abmildern."

Die Veranstaltung, organisiert in Kooperation der vhs Löhne mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. in Westfalen-Lippe, regte zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit einem hochaktuellen Thema an. Die Veranstaltung fand im Rahmen des feministischen Kampfmonats statt.

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Dr. Claudia Kemper